Vorhandene Elemente des menschlichen Stütz- und Halteapparates optimal zu ergänzen bzw. pathologische Veränderungen in das Rollstuhlsitzsystem bettend oder korrigierend zu integrieren, ist das Kriterium einer erfolgreichen Sitzschalenversorgung.
Neben dem Einsatz von herkömmlichen Abform- und Fertigungstechniken im Sitzschalenbereich, wird im Orthopädie-Technik Team des Sanitätshauses Zieger seit 1995 auch das amerikanische computergestützte Maßabform-, Mess- und Fertigungssystem Seatmaker mit großem Erfolg eingesetzt. Kernstück dieses Systems ist ein Maßstuhl, der mit jeweils 100 feststellbaren Drucksensoren im Sitz- und Rückenbereich ausgestattet ist.
Dieser Maßstuhl ermöglicht also schon bei der Maßnahme eine 100%ige visuelle Kontrolle der Korrektur. Nach erfolgter Maßnahme werden die vom Maßstuhl gemessenen Druck- und Abformdaten mittels Digitalisierung in das dazugehörige Computerprogramm eingelesen.
Am Bildschirm hat nun der Orthopädie-Techniker die Möglichkeit in der farbigen 3 D Graphik der Druckverteilungsdarstellung, Positivmodellagen zur Druckentlastung der gewichtsprominenten Körperareale durchzuführen. So werden gezielt Bereiche wie die Sitzbeine, Spinen/ Schulterblätter oder Dornfortsätze ausmodelliert und druckentlastet. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Verteilung des Sitzdruckes auf die gesamte Sitz- und Rückenfläche des Patienten. Nach erfolgter Optimierung der Messdaten werden diese Daten an eine CNC Fräse übermittelt.
Die CNC Maschine fräst millimetergenau die individuellen Körperformen in offenzellige Schaumstoffe unterschiedlicher Shore Härten, so dass ein dauerhaft formbeständiges Sitz- Rückensystem entsteht.
Seit 1999 bildet das Unterdruckabformsystem "Prowalk" eine sinnvolle und inovative Ergänzung. Bereits zum Abschluß der Maßnahme, bei der Ermittlung der individuellen Körperbezogenen Maße und der Ermittlung der optimalen Sitzposition, kann ein ca. Einstündiges Probesitzen in der neu Konfigurierten Sitz- Rückenschale erfolgen.
Während dieser Probe können Patient, Arzt und Therapeut jederzeit Korrekturen der Sitz- Rücken oder Lagerungssysteme vornehmen. Erst das letztendlich erreichte Anprobeergebnis bildet die Grundlage für die im Anschluss gefertigte Sitzschale.
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