Computergestützte und elektronisch geregelte Kniegelenke, sowie dynamische, energiespeichernde Fußpassteile, ermöglichen Oberschenkelamputierten ein sicheres Gehen in allen alltagsbedingten Situationen bei minimalem Energiebedarf. Der körperliche Kraftaufwand der Betroffenen kann dadurch erheblich reduziert werden. Eventuelle sportliche Aktivitäten lassen sich leichter ausüben.
Der Oberschenkelschaft ist das Bindeglied zwischen Mensch und Prothese und somit das wichtigste Teil des Systems. Der Mexikaner Marlo Ortiz hat mit dem von ihm entwickelten M.A.S.-Schaft eine wesentliche Optimierung im Bereich der Prothesensteuerung, der Beweglichkeit, des Tragekomforts und der Kosmetik erreicht.
Der Schaft
Die Eintrittsebene des M.A.S.-Schaftes wird mit der von Ortiz entwickelten Messmethode konstruiert. Dabei werden - ähnlich wie beim CAT-CAM-Schaft - knöcherne und muskuläre Maße aufgenommen.
Die Eintrittsebene des M.A.S.-Schaftes wird anhand von sechs Maßen bestimmt:
Der restliche distale Schaftbereich entspricht der Stumpfform unter Berücksichtigung der Umfangsreduktion, wie sie auch bei anderen Schäften üblich ist. Das Femurende muss im posterioren Bereich freigelegt werden. Der posteriore Schaftausschnitt wird durch den Glutaeus bestimmt, der ventrale durch maximale Beugefreiheit. Der Schaft muss in der gemessenen Adduktions- und Flexionsstellung konstruiert werden. Ein Hypomochlion unter der Tuber-Ramusanstützung erzeugt eine Vorspannung der Adduktorenmuskulatur. Dadurch wird ein Ramusdruck verhindert und die Adduktion des Stumpfes erleichtert.
Schaftkonstruktion
Ortiz verwendet eine sehr aufwendige Gipstechnik, bei der er das Gipspositiv konsequent nach den vorgefundenen Körpermaßen modifiziert. Um mit dieser Methode gute Ergebnisse zu erzielen, sind viel Erfahrung und noch mehr Formgefühl erforderlich.
Die Firma Gottinger aus München stellte sich von Anfang an die Aufgabe, den Schaft am Rechner zu konstruieren. Bei der Computer gestützten Konstruktion hielten sie sich streng an Ortiz's Grundsätze und erzielten damit in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse.
Um zu vermeiden, dass der Schaft modifiziert wird und sich verschiedene Formen entwickeln, hat die Firma Gottinger zunächst seine Computermodelle ständig verbessert und ergänzt, die Anproben optimiert und eine genaue Messmethode entwickelt, die von der Firma Zieger im Rahmen eines mehrtägigen Lehrgangs in gleicher Weise übernommen wurde.
Die Firma Gottinger entwickelte zur Optimierung der Prozesse eine eigene Software- Lösung, welche in Wirkeinheit mit eigens konstruierten Fünfachsfräse zu professionellen Versorgungsergebnissen führt.
Damit ist es uns möglich, gezielt zu konstruieren und millimetergenaue Modelle zu erstellen, die keiner Nacharbeit mehr bedürfen. Schaftveränderungen, die sich aus der Anprobe ergeben, können exakt nachvollzogen und dokumentiert werden. Der gut passende Probeschaft wird eingescannt und als Datei archiviert.
Der Probeschaft wird von der Firma Gottinger nach unseren Maßen modelliert und gefräst.
Die Prothese mit dem M.A.S.- Schaft wird in gewohnter Weise von der Firma Zieger aufgebaut, anprobiert und fertiggestellt.
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Telefon 0231- 9 12 37 30